Fehler beim Wandestreichen

13 Fehler, die man beim Wandstreichen unbedingt vermeiden sollte

Nichts als Probleme: Schon nach der ersten Wand löst sich die Billigrolle so gut wie auf.

Die 13 grössten Fehler beim Wändestreichen

1. Unbedachter Werkzeugkauf

Nichts als Probleme: Schon nach der ersten Wand löst sich die Billigrolle so gut wie auf. Und man muss aus dem Farbeimer die lästigen Fussel herauspulen. Deshalb ist es von Vorteil, wenn man sich von vornherein gute Rollen und Pinsel besorgt, die sowohl zum zu streichenden Untergrund als auch zur gewählten Farbe passen.

Einkaufstipps für Streichwerkzeuge und Malerbedarf

Es ist ratsam, dass Sie ein paar Euro mehr investieren und eine gepolsterte Farbrolle erwerben. Mit einer sogenannten gepolsterten Farbrolle benötigen Sie weniger Druck, schonen Ihre Gelenke und tragen zudem die Farbe schön gleichmässig auf.
Falls Sie verschiedene Farben verarbeiten sollten, erwerben Sie im besten Fall für jeden Farbton eine eigene Rolle. So verlieren Sie nicht unnötige Zeit für das Auswaschen der Rollen, sondern arbeiten darüber hinaus sparsamer, bequemer und ordentlicher.
Sparen Sie anstatt bei der Grundausstattung lieber bei Spezialwerkzeugen, die Sie nur einmalig brauchen. Müssen oder wollen Sie jedoch auch bei der Grundausstattung sparen, so raten wir Ihnen, dass Sie lieber eine gescheite, grosse Walze aus Lammfell und einen professionellen Kantenpinsel kaufen, als sich mit einem preisgünstigen Streichset zum selben Preis zufriedenzugeben.
Haben Sie unterschiedliche Farben in verschieden grossen Farbeimern?
Dann benötigen Sie auch einige, verschieden grosse Abtropfgitter – oder zumindest einen leeren Eimer zum Umfüllen.
Kontrollieren Sie vor dem Erwerb bitte den Farbroller und die Verlängerung (z. B. Teleskopstange). Diese müssen richtig ineinanderpassen, sodass sie nicht gleich auseinanderfallen.

2. Falsche Vorbereitung des Untergrunds

Falsche Vorbereitung des Untergrunds

Der Untergrund muss in jedem Falle trag- und haftfähig sein, also sozusagen der Farbe Halt geben und in sich selbst stabil sein. Gängigen Dispersions-Wandfarben macht zwar ein bisschen Staub, ein paar Flecken oder eine vergessene Spinnwebe nichts aus. Bedenklich wird es aber bei:

  • Abplatzendem Putz oder abblätternder Farbe: Es muss alles Lose abgekratzt werden, ansonsten bleiben die losen Sachen beim Streichen an der Farbrolle haften. Also heisst es erst einmal Abbürsten, Abspachteln, Schleifen oder Abklopfen und dann im Anschluss, wenn nötig, mit Spachtelmasse oder Putz ausbessern.
  • Fett- oder Schmutzfilmen, beispielsweise bei der Schmierschicht auf Küchenwänden. Mit Seifenlauge und ausreichend Wasser können Sie fettige Wände ganz einfach säubern. Damit die Flecken später nicht erneut durchschlagen, sollten Sie am besten spezielle Sperrfarbe und Grundierungen verwenden.
  • Untergründen oder Rigipswänden, die mit frischen Reparaturstellen verarbeitet wurden. Mit einer Grundierung (z. B. Acryl-Tiefgrund) sorgen Sie dafür, dass der Untergrund gleichmässig saugt und die Farbe später auf den Spachtelstellen nicht stumpf aussieht.
  • Wänden, die dauerhaft Feuchtigkeit ausgesetzt waren – ist dies der Fall muss vor dem Malern unbedingt die Ursache der Feuchtigkeit ermittelt und die betroffenen Wände anschliessend professionell trockengelegt werden. Eine Wand, die vom Abwaschen noch feucht ist, ist bei Dispersion, die wasserverdünnbar ist, vollkommen unproblematisch, da sie schliesslich zusammen mit der aufgetragenen Farbe trocknen kann.
  • Farben, die sehr stark saugend sind, beziehungsweise Untergründen, die sandend oder kreidend sind. Diese sollten gewissenhaft grundiert werden, um sie auf diese Weise zu vereinheitlichen und zu verfestigen.

3. Schlamperei beim Abkleben

Schlamperei beim Abkleben

Die meisten Heimwerker zögern, wenn es ums Abkleben geht: So viel Mühe und Arbeit um vermeintlich nichts! Und all das, bevor man überhaupt mit dem Streichen anfangen fangen kann. Sätze wie: „Ach so ein Unsinn, das Abkleben nimmt nur meine Zeit in Anpruch!“, „Die ganze Arbeit ist doch gar nicht nötig, ich pass sowieso auf, dass nichts tropft!“ oder „Die Kanten streiche ich besonders vorsichtig und die Rolle streife ich gründlich ab, so wird bestimmt nichts tropfen!“, sind keine Seltenheit.

Doch geschulte und fachkundige Maler wissen, dass dies leichter gesagt als getan ist. Die Rechnung wird so nicht aufgehen! Professionelle Maler kleben immer ab. Dies nimmt zwar viel Arbeit als das Malern an sich in Anspruch und kostet zudem einiges an Zeit, aber dadurch können die Profis im Anschluss auch viel schneller und exakter arbeiten. Daher raten wir Ihnen, dass Sie es den Profis unbedingt nachmachen sollten: Kleben Sie erst einmal ordentlich alles ab und streichen Sie dann die gewünschten Bereiche schnell und sauber. Steckdosenrahmen, Lichtschalter und auch Fussleisten sollten sie am besten erst abmontieren, so sparen Sie sich schon mal das Klebeband. Vergessen Sie nicht, sich für Kanten, Fenster – und Türrahmen etc. Malerkrepp zu besorgen. Das Krepp muss gut fest gedrückt werden. Wenn Sie grössere Flächen schützen möchten, gibt es extra Klebeband, an dem die Folie bereits zum Ausrollen oder Ausbreiten befestigt ist. Ihre schönen Boden können Sie am besten mit stabilem Malerfilz oder preisgünstigen Packdecken abdecken.

4. Mit Billigfarben arbeiten

Mit Billigfarben arbeiten

Sie haben die billigste Farbe gekauft? Auf den ersten Blick ganz schön, doch billige Farben decken leider meist erst bei einem zweiten Anstrich so richtig. Dazu kommt, dass Billigfarben nicht so abriebfest sind, da sie weniger Pigmente als qualitativ hochwertige Farben enthalten. Auch mit dem Bindemittel wird leider oft gespart. Was heisst das für Sie als Verbraucher? Sie brauchen mehr Farbe und mehr Zeit und alles was Sie sparen, ist ein wenig Geld… Doch das ist den ganzen Stress bestimmt nicht wert! Möchten Sie stressfrei arbeiten und schon beim ersten Anstrich ein gutes und sauberes Ergebnis erzielen, so brauchen Sie Farben mit hoher Deckkraft und einer hohen Abriebbeständigkeit. Für beide Faktoren gibt es Klassen, d. h. Sie können auf dem Malerkübel genau nachlesen, woran Sie sind – die Klasse 1 ist hier jeweils am besten.

5. Vorstreichen von Ecken und Kanten vernachlässigt

Vorstreichen von Ecken

Auch dies ist ein Fehler von Heimwerkern: Als erstes sind die Wände mit dem Streichen dran, soweit die Rolle eben an die Kanten heranreicht, dann erst geht es an die Ecken und Kanten – meist eher schlecht als recht! Daher empfehlen wir Ihnen, es andersherum zu machen: Streichen Sie immer zuerst die Ecken und Kanten und machen Sie sich dann an die Flächen heran. Es ist empfehlenswert, dass sie die Farbe beim Vorstreichen recht grosszügig auftragen. Dies gelingt Ihnen am besten mit einem breiten Extrapinsel für Kanten.

6. Streichen der Wände vor dem Streichen der Decke

Sollten Sie vorhaben, auch die Zimmerdecken zu streichen, dann sollten Sie in jedem Falle immer damit anfangen – erst recht, wenn Sie die Wände mit einer anderen Farbe gestrichen haben wollen. Fragen Sie sich warum? Wenn Sie auf diese Art und Weise an die Sache herangehen, dann brauchen Sie sich im Nachhinein nicht über unschöne Farbspritzer auf Ihren frisch gestrichenen Wänden zu ärgern.

Möchten Sie die Decke überhaupt nicht streichen? Dann sollten Sie alle Kanten der Decke mit besonderer Sorgfalt abkleben. Denken Sie daran, dass die ehemals weissen Altanstriche nicht mehr so weiss sind wie früher einmal – somit fallen überstrichene Stellen im Nachhinein mit Sicherheit ziemlich stark auf. Haben Sie vor, Ihre weissen Wände bunt zu streichen, möchten die Decke aber weiss behalten, dann können Sie den obersten Wandstreifen (ungefähr 5-10 cm) auch gerne weiss lassen. Erstens macht dies das Abkleben um einiges leichter und zweitens ergibt sich nachher ein schicker, ordentlich anmutender Effekt – ist das nicht praktisch…

7. Falsche Technik beim Streichen

Falsche Technik beim Streichen

Wenn sie sichtbare Ansätze vermeiden möchten, müssen Sie immer nass in nass arbeiten. So geht die Technik richtig: Nehmen Sie genug Farbe auf Ihre Rolle auf und ziehen Sie erst einmal 2-3 senkrechte Bahnen. Danach rollen Sie die Fläche horizontal nach und achten Sie dabei darauf, nicht zu stark aufzudrücken. Auf diese Weise streichen Sie immer ein kleines bisschen in die bereits feuchte Farbfläche hinein. Dies gewährleistet einen sauberen Übergang, welcher später – sogar bei schräg einfallendem Licht – in keinster Weise zu erkennen sein wird.

Sollten Sie beim ersten Anstrich merken, dass Ihrer Farbe trotz korrekter Anstreichtechnik noch nicht überall richtig deckt, so sollten Sie trotzdem nicht versuchen, den dringend notwendigen zweiten Anstrich nass auf nass aufzubringen. Denn dies wird vermutlich nicht klappen. Anstatt dessen wird sich die mühevoll aufgetragene erste Schicht womöglich wieder völlig ablösen oder unschön verschmieren. Lassen Sie den Erstanstrich also immer zuerst trocknen und arbeiten Sie anschliessend stellenweise oder flächig nach.

8. Falsche Berechnung der Farbmenge

Ist Ihnen die Farbe ausgegangen? Das ist nicht nur an Wochenenden äusserst ärgerlich. Um so etwas zu vermeiden, raten wir Ihnen, vor dem Kauf die gesamte Fläche auszumessen, die gestrichen werden soll (nutzen Sie hierfür die Formel Länge x Breite = Anzahl der Quadratmeter). Für eine korrekte Rechnung müssen Sie auf dem Gebinde nachlesen, wie viele Quadratmeter Sie mit dieser speziellen Farbe streichen können. Und dann ist es immer das Beste, zur Sicherheit lieber einen Eimer mehr zu kaufen – falls Sie diesen doch nicht brauchen sollten, so können Sie das ungeöffneten Gebinde schliesslich einfach zurückgeben. Bei bunten Farben ist es ohnehin sehr wichtig, einen Rest überzubehalten, denn später muss bestimmt einmal etwas nachgebessert oder der ein oder andere kleine Fleck überstrichen werden.

WICHTIGER TIPP
HIRA Malerhandwerk kümmert sich gerne um Ihre Wünsche! Kontaktieren Sie uns und wir helfen Ihnen professionell und schnell weiter!

9. Falsches Klima der Räume

Ein Anstrich gelingt am besten bei gleichmässiger Raumtemperatur von um die 16-20 °C. Wenn Ihre Renovierung in die kalte Jahreszeit des Winters fällt, so raten wir Ihnen, die Heizkörper vor dem Streichen unbedingt auszudrehen. Ansonsten wird die Farbe in der Nähe der Heizung zu schnell trocknen, was zur Bildung von sichtbaren Ansätzen oder Streifen führen kann. Bitte achten Sie auch beim Lüften darauf, dass die Temperatur der zu streichenden Räume einigermassen konstant bleibt – kippen Sie bei kaltem Wetter also lieber nur ein Fenster, als alle sperrangelweit aufzureissen.

10. Zu spätes Abziehen des Abklebebands

Es ist enorm wichtig, dass Sie das Abklebeband abziehen, solange die Farbe noch nicht vollständig getrocknet ist. Auf diese Weise verhindern Sie, dass die aufgetragene Farbe und das Abklebeband ihre für uns an dieser Stelle wichtige Elastizität verlieren und folgend beim Abziehen ein Absplittern der Farbe an den Rändern auftritt und die Kanten vollkommen ungleichmässig aussehen. Das frisch abgezogene Klebeband mit den Farbresten sollten Sie nicht einfach unbedacht auf den Boden fallen lassen. Knüllen Sie alles zusammen und werfen Sie es direkt in den Müll – so sparen Sie Zeit und alles ist ordentlich und sauber.

11. Zu lange mit dem Putzen gewartet

Zu lange mit dem Putzen gewartet

Es ist sehr wichtig, dass sie Tropfen, Flecken und Farbspritzer sofort entfernen. Dies gelingt Ihnen am besten mit einem leicht feuchten Lappen. Eingetrocknete Farbe ist nicht mehr wasserlöslich. Das bedeutet, dass das Entfernen von einmal getrockneten Klecksen um einiges schwieriger ist. Sogar das Verwenden von Gerätschaften wie Spachtel oder Ähnlichem ist in solch einem Fall notwendig – das bedeutet im Endeffekt viel mehr Arbeit für Sie, als schnell mal eben alles feucht wegzuwischen!

12. Wirkung der Farbe nicht richtig eingeschätzt

Wirkung der Farbe nicht richtig eingeschatzt

Sie haben momentan einen Favoriten bei der Farbauswahl? Es gibt eine Farbe, die Ihnen ausgesprochen gut gefällt? Die aktuelle Trendfarbe finden Sie richtig toll? Doch der Fakt allein, dass Ihnen eine Farbe besonders gut gefällt oder momentan trendig ist, heisst leider noch lange nicht, dass sie auch auf der gesamten Wand top aussieht. Daher ist es praktisch, die Wirkung der Farbe erst einmal an einer kleineren Stelle auszuprobieren. Lassen Sie sich daher ihre Wunschfarbe nicht in riesigen Mengen anmischen, sondern nehmen Sie erst einmal eine kleine Probe mit. Tipp: Verwenden Sie doch einfach die praktischen Farbkarten der Hersteller oder verstreichen Sie als allererstes nur einen kleinen Eimer Farbe. Bei sehr kräftigen Farben ist es sowieso oftmals besser, nur eine Wand oder einen Teil einer Wand damit zu streichen, als im ganzen Raum die stark wirkende Farbe aufzutragen.

13. Unsachgemässe Lagerung bzw. Entsorgung von Farbresten

Sie haben Wandfarbe übrig? Kein Problem! Auch in angebrochenen Gebinden kann sich Wandfarbe jahrelang halten. Doch dafür ist es wichtig, dass der Eimer fest verschlossen ist und an einem kühlen, trockenen Ort (zum Beispiel in Kellerräumen) gelagert wird. Ferner ist es wichtig, dass die zu lagernde Farbe vollkommen frei von Staub oder anderen Fremdstoffen ist. Möchten Sie die Farbe erneut verwenden? Wir raten Ihnen, einen Riech- und Rührtest durchzuführen, um zu erkennen, ob die Farbe noch gut ist: Wenn die Wandfarbe unauffällig riecht und sich problemlos wieder zu einer schönen, gleichmässigen Masse mit samtiger Konsistenz aufrühren lässt, dann können Sie ohne Probleme damit arbeiten.
Sollten Sie die Wandfarbe aus welchen Gründen auch immer entsorgen wollen, dann lassen Sie sie bitte vollständig eintrocknen. Im Anschluss daran können Sie sie getrost in den Hausmüll geben oder zu einem nahegelegenen Wertstoffhof bringen. Bitte kippen Sie Farbreste auf keinen Fall in den Abfluss oder in die Toilette. Dies ist nicht nur äusserst schädlich für die Umwelt, sondern kann zudem zu einer unangenehmen Verstopfung der Rohre führen

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